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August 19th - - Süddeutsche Zeitung - Saudis ordern 72 Eurofighters

"Das Geschäft hat große Bedeutung, denn es zeigt, dass der Eurofighter eine Maschine ist, die man haben will", sagte Andrew Brookes vom Londoner Institut für Strategische Studien (IISS). Das Eurofighter-Projekt wird von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien getragen. Sie haben vereinbart, insgesamt 620 Maschinen anzuschaffen; 95 davon sind bislang ausgeliefert. Außer diesen vier Staaten hat bislang nur Österreich 18 der Jets geordert. Griechenland trägt sich mit Kauf-Absichten. Bei BAE Systems hofft man, dass auch Japan und Indien jetzt Maschinen ordern könnten. Als möglicher Interessent gilt daneben Norwegen.
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19  August 2006: Süddeutsche Zeitung
 
Erster Export-Auftrag außerhalb Europas / Volumen 15 Milliarden Euro
Von Gerd Zitzelsberger

London - Saudi-Arabien wird 72 Kampfjets des Typs Eurofighter, inzwischen auch Typhoon genannt, kaufen. Das hat das Verteidigungsministerium des Scheichtums mitgeteilt. Es ist der weitaus größte und der erste außereuropäische Export-Auftrag für das Eurofighter-Konsortium. Zum finanziellen Volumen gibt es keine offiziellen Zahlen. Analysten schätzen es einschließlich Wartungs- und Traningsverträgen auf neun bis 15 Milliarden Euro.

Profitieren wird von dem Geschäft vor allem der britische Partner im Eurofighter-Konsortium, die BAE Systems Plc. Maßgeblich ist aber auch der deutsch-französische Luftfahrkonzern EADS an dem Projekt beteiligt, und ein Teil der Eurofighter-Fertigung erfolgt in Manching bei München. Mancher deutsche Haushaltspolitiker dürften sich nun sogar Einsparungen erwarten in der Hoffnung, dass der Bund dem Eurofighter-Konsortium wegen des Geschäfts ein paar Maschinen weniger abkaufen muss als die geplanten 180.

Offizieller Vertragspartner für die Saudis ist die britische Regierung. Wie das Scheichtum mitteilte und das britische Verteidigungsministerium am Freitag bestätigte, haben beide Seiten eine Grundsatzvereinbarung über die Lieferung der 72 Kampfflugzeuge unterzeichnet. BAE Systems, Europas größter Rüstungskonzern, hat bereits vor etlichen Wochen wissen lassen, dass ein Großauftrag aus dem Öl-Staat zu erwarten sei. Der Eurofighter soll bei den Saudis die inzwischen veralteten Tornado-Kampfjets, die ebenfalls in Großbritannien gekauft wurden, ersetzen. Bereits seit 1985 gibt es im Rahmen des so genannten Al Yamamah-Programms eine enge Rüstungskooperation zwischen beiden Ländern. Das Programm sieht vor, dass die Saudis die Lieferungen mit Öl bezahlen können. "Drei- bis viertausend" der rund 100 000 Mitarbeiter von BAE Systems haben ihre Arbeitsplätze in dem Öl-Staat, sagte ein Sprecher des Konzerns. Sie sind dort vor allem mit Instandhaltung beschäftigt und trainieren saudisches Personal. Der Aktienkurs von BAE Systems stieg auf die Nachricht hin um 3,6 Prozent.

"Das Geschäft hat große Bedeutung, denn es zeigt, dass der Eurofighter eine Maschine ist, die man haben will", sagte Andrew Brookes vom Londoner Institut für Strategische Studien (IISS). Das Eurofighter-Projekt wird von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien getragen. Sie haben vereinbart, insgesamt 620 Maschinen anzuschaffen; 95 davon sind bislang ausgeliefert. Außer diesen vier Staaten hat bislang nur Österreich 18 der Jets geordert. Griechenland trägt sich mit Kauf-Absichten. Bei BAE Systems hofft man, dass auch Japan und Indien jetzt Maschinen ordern könnten. Als möglicher Interessent gilt daneben Norwegen.

Umstritten ist der Eurofighter in Deutschland, weil der Systempreis mit 85 Millionen Euro pro Jet weit höher liegt als ursprünglich geplant. Die Bundesluftwaffe hat vor drei Wochen offiziell die ersten vier Maschinen in Dienst gestellt.