Das IISS hat eine Studie zu den militärischen Fähigkeiten 41 europäischer Staaten erstellt. Demnach beteiligt sich Österreich an Auslandsmissionen überdurchschnittlich, gibt aber im Europa-Vergleich wenig für die Verteidigung aus.
10 July 2008: Der Standard
Brisante Studie des Londoner IISS zu Auslandseinsätzen
"Die Neutralität ist eine Position, die viel mit der Identität Österreichs zu tun hat, aber in der Praxis wenig Relevanz hat", stellt der deutsche Sicherheitsexperte Bastian Giegerich vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London fest. Österreich beteilige sich in einem großen Ausmaß an von der Nato geführten Einsätzen, etwa aktuell im Kosovo, und würde sich dadurch auf die Nato zu bewegen, begründet Giegerich seine Einschätzung.
Das IISS hat eine Studie zu den militärischen Fähigkeiten 41 europäischer Staaten erstellt. Demnach beteiligt sich Österreich an Auslandsmissionen überdurchschnittlich, gibt aber im Europa-Vergleich wenig für die Verteidigung aus.
Österreich sei bei internationalen Einsätzen "überdurchschnittlich stark engagiert". Seit 2005 seien rund 1200 österreichische Soldaten bei Auslandseinsätzen weltweit tätig. Bis 2012 wäre eine Aufstockung auf bis zu 4400 Soldaten möglich. Im Vergleich zu den anderen 41 in der Studie analysierten Ländern sticht Österreich laut Giegerich durch seine niedrigen Verteidigungsausgaben hervor. Diese hätten sich im Jahr 2006 auf 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts belaufen. Damit belegt Österreich im europäischen Ranking die sechstletzte Stelle. (APA)